|
Ausstellung „Was ist, das ist auch darstellbar“ wurde ergänzt
Wertheim. Groß war die Überraschung für die Mitarbeiter des Grafschaftsmuseums, als die bestehende Ausstellung mit Werken der Mondfelder Futterer-Brüder am vergangenen Freitag um ein weiteres Gemälde ergänzt werden konnte.
Dr. Ludwig Braun, aus dessen Sammlung ein großer Teil der ausgestellten Gemälde stammt, hatte das humorvolle Porträt einer Dame erwerben können und stellt es nun zur Ausstellung zur Verfügung. Das um 1900 von Josef Futterer, dem jüngeren der beiden Brüder, gemalte Bild zeigt eine gutgelaunte Dame auf einer Chaiselongue. Die seit 1881 in München ansässigen Maler August und Josef Futterer haben immer wieder Personen aus ihrem Münchner Umfeld porträtiert – August als Karikaturen für die Satirezeitung „Meggendorfer Blätter“ und Josef als spontane vor Ort entstandene Farbstiftskizzen und später im Atelier ausgeführte Ölgemälde. Leider ist die dargestellte Dame unbekannt, während die übrigen Porträts im Grafschaftsmuseum Schriftsteller wie Lion Feuchtwanger und Waldemar Bonsels zeigen. Das nicht datierte Gemälde stammt aus der Zeit um 1900, als Josef Futterer seine Bilder in breiten Pinselstrichen in gedeckten Farben anlegte, bevor er sich dem leuchtenden Kolorit und der aufgelösten Kontur im spätimpressionistischen Stil zuwandte. Somit ist der Neuzugang eine willkommene Ergänzung der Ausstellung, die noch bis 5. April zu sehen ist.
August Futterer
1865 am 10.5. in Mondfeld bei Wertheim geboren
1881-84 Ausbildung an der Kunstgewerbeschule, dann Kunstakademie in München
1893 Tätigkeit für die Meggendorfer Blätter beginnt
1912 Ernennung beider Brüder zu Ehrenbürgern von Mondfeld, wohin sie weiterhin regelmäßig zurückkehren und eine Stiftung einrichten
1927 am 20.5. in München gestorben
Josef Futterer
1871 am 12.2. in Mondfeld bei Wertheim geboren
1885 Übersiedlung nach München, wo ihn Franz von Defregger an der Akademie ablehnt, weil er hier nichts mehr lernen kann
1895 Adolf von Menzel erbittet sich ein Bild im Tausch gegen zwei seiner Bilder
um 1900 Arbeiten für Meggendorfer Blätter, Jugend, Simplicissimus
Zahlreiche Künstlerporträts (u. a. Feuchtwanger, Roda Roda)
1911 Ankauf eines Gemäldes durch die Pinakothek München
1923 Übersiedlung nach Berlin, Kontakt zu Liebermann und Beitritt zur Berliner Secession
1927 Rückkehr nach München
1930 am 20. 2. in München gestorben
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10 bis 12 Uhr und 14:30 bis 16:30 Uhr,
Samstag 14:30 bis 16:30 Uhr, Sonn- u. Feiertag 14 bis 17 Uhr |